Arno Kleffel - Chöre
4. 9. 1840 — 15. 7. 1913
Komponist, Dirigent, kgl. Professor.

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Neu: Arno Kleffel, Blocksbergtanz aus Faust I
nach dem Text von Goethe ( „Fliegenschnauz und Mückennas“), nach der nur noch vorhandenen Chorstimme und einigen Stichnoten ergänzt von G. Helzel

Fliegenschnauz und Mückennas
mit ihren Anverwandten,
Frosch und Laub und Grill im Gras,
das sind die Musikanten.
(durch seine stumpfe Nase!)
Kleiner Schritt und hoher Sprung
durch Honigthau und Düfte;
zwar du trippelst mir genug,
doch gehts nicht in die Lüfte.
Platz und Platz und ringsherum!
So gehn die Gräschen nieder:
Geister kommen, Geister auch,
sie haben plumpe Glieder.
(und verplumpst an diesem Tag
sei Puck, der derbe, selber.)
Fliegenschnauz und Mückennas
mit ihren Anverwandten,
Frosch und Laub und Grill im Gras,
das sind die Musikanten.

Und wenn wir um den Gipfel ziehn,
so streichet an den Boden hin,
und deckt die Haide weit und breit,
mit ihren Schwarm der Hexenheit....
| : Es trägt der Besen, es trägt der Stock,
die Gabel trägt, es trägt der Bock. : |

Wolkenzug und Nebelflor
erhellen sich von oben,
Luft im Laub und Wind im Rohr,
und alles ist zerstoben..

 

Neu: Arno Kleffel, Hexen-Chor aus Faust I
nach dem Text von Goethe (Die Hexen nach dem Brocken ziehn), nach der nur noch vorhandenen Chorstimme und einigen Stichnoten ergänzt von G. Helzel

Die Hexen nach dem Brocken ziehn,
die Stoppel ist gelb, die Saaten grün,
dort sammelt sich der große Hauf,
Herr Urian sitzt oben auf.
So geht es über Stein und Stock,
| : die Gabel trägt, es trägt der Bock. : |
Es schweigt der Wind,
es flieht der Stern,
der trübe Mond verbirgt sich gern,
Im Sausen sprüht der Zauber-Chor
viel tausend Feuerfunken hervor.
Die Salbe gibt den Hexen Muth,
ein Lumpen ist zum Segel gut,
ein gutes Schiff ist jeder Tag,
der flieget nie, der heut nicht flog.
Und wenn wir um den Gipfel ziehn,
so streichet an dem Boden hin,
und deckt die Haide weit und breit,
mit eurem Schwarm der Hexenheit.
| : Es trägt der Besen, es trägt der Stock,
die Gabel trägt, es trägt der Bock. : |

Arno Kleffels Musik zu Goethes Faust (I und II), komponiert 1880, ist vermutlich im Kriege verbrannt. In Dresden fanden sich aber noch die Noten zu zwei Chören mit einigen Stichnoten für Orchester. Gerhard Helzel hat die beiden Chöre danach wieder hergestellt, sie sind hier zu hören.

Arno Kleffel, Männerchor op. 11 no. 1
Noch ist die blühende, goldene Zeit,
O du schöne Welt, wie bist du so weit,
Und so weit ist mein Herz, und so blau wie der Tag,
Wie die Lüfte durchjubelt vom Lerchenschlag!
Ihr Fröhlichen singt, weil das Leben noch mait.
|: Noch ist ja die blühende goldene Zeit,
Noch sind die Tage der Rosen! :|
Otto Roquette

Arno Kleffel, Männerchor op. 11 no. 2

Sängerfahrt
Laue Luft kommt blau geflossen, Frühling, Frühling soll es sein,
waldwärts Hörnerklang geschossen, muth’ger Augen lichter Schein,
und das Wirren bunt und bunter wird ein magisch wilder Fluß,
|: in die schöne Welt hinunter lockt dich dieses Stromes Gruß. :|
(Eichendorff)

Arno Kleffel, Gemischte Chöre op. 13 no. 1

Es fuhr ein Fischer wohl über den See
Es fuhr ein Fischer wohl über den See, ja über den See,
ein Liedlein tät er singen. Im Liede klang |: so tiefes Weh, :|
|: als wollte sein Herz zerspringen. :|
Da kehrt zurück |: ein leerer Kahn, :|
vom Wind ans Ufer getrieben.
Du falsche Fischerin sag’mir an, ja sag’ mir an,
|: wo ist dein Liebster geblieben? :|
(Julius Sturm)

Arno Kleffel, Gemischte Chöre op. 13 no. 5
Swanhilde
Es hatt‘ ein Graf ein Töchterlein,
das war die schönste Maid am Rhein,
|: gar tugendreich und milde, :|
man sang zur Zeit am Rhein allein: Swanhilde!
Noch Niemand hat ihr Herz bewegt,
war auch ihr Name eingelegt |: auf manchem Ritterschilde, :|
|: zur Liebe wurde nicht erregt Swanhilde. :|
(August Becker)

Arno Kleffel, Gemischte Chöre op. 13 no. 2
Frühling ist’s

Frühling läßt sein blaues Band, sein blaues Band wieder flattern, flattern durch die Lüfte.
|: |: |: Süße, :| :| wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll durchs Land. :|
Veilchen träumen schon, |: wollen balde :| kommen.
Horch von fern ein Harfenton, ein leiser Harfenton, horch, horch!
|: Frühling, ja du bist’s, dich hab’ ich vernommen, :|
dich hab’ ich vernommen, gold’ner Frühling,
ja du bist’s, |: dich hab’ ich vernommen. :|
(Eduard Möricke)
Arno Kleffel, Gemischte Chöre op. 13 no. 6
Abendlied

Die Sonne brannte heiß am Tage,
nun wird es auf den Abend kühl.
|: Die Wolken ziehn in dunkler Lage,
und durch die Luft weht Harfenspiel, : |
Mir ist so eigen, ist so trübe,
mein Herz strebt in die Ferne fort,
und denkt an seine alte Liebe
und sinnt auf ein verloren Wort,
auf ein verloren Wort, verloren Wort.
(Emanuel Geibel)

Arno Kleffel, Gemischte Chöre op. 13 no. 3
Morgenlied
Wer schlägt so rasch an die Fenster mir mit schwanken, grünen Zweigen,
der junge Morgenwind ist hier und will sich lustig zeigen.
Heraus, heraus du Menschensohn, so ruft der kecke Geselle,
er schwärmt von Frühlingswonne schon vor deiner Kammerschwelle,
heraus, heraus du Menschensohn, so ruft der kecke Geselle,
|: er schwärmt von Frühlingswonne schon vor deiner Kammerschwelle. :|
Hörst du die Käfer summen nicht? Hörst du das Glas nicht klirren,
wenn sie betäubt von Duft und Licht hart an die Scheiben schwirren?
Die Sonnenstrahlen stehlen sich behend durch die Blätter und Ranken
und wecken auf deinem Lager dich mit blendendem Schweben und blendendem Schwanken,
und wecken auf deinem Lager dich mit blendendem Schweben und Schwanken.
Die Nachtigall ist heiser fast, so lang hat sie gesungen,
und weil du sie gehört nicht hast, ist sie vom Baum gesprungen.
Da schlug ich mit dem Blüthenzweig an deine Fensterscheiben,
| : heraus, heraus in des Frühlings Reich, es wird nicht lang mehr bleiben, : |
da schlug ich mit dem Blüthenzweig an deine Fensterscheiben, heraus, heraus in des Frühlings Reich,
heraus, heraus in des Frühlings Reich, es wird nicht lang, nicht lang mehr bleiben,
|: es wird nicht lang, nicht lang mehr bleiben. :|
(Wilhelm Müller)

Arno Kleffel, Gemischte Chöre op. 13 no. 4
Frühlingslied

Wenn der Frühling auf die Berge steigt,
und im Sonnenstrahl der Schnee zerfließt,
wenn das erste Grün am Bach sich zeigt,
und im Gras das erste Blümlein sprießt,
wenn vorbei im Tal nun mit einem Mal
alle Regenzeit und Winterqual,
schallt es von den Höhn bis zum Thale weit:
O wie wunderschön ist die Frühlingszeit,
o wie schön, wie schön, wie wunderschön,
o wie schön, wie schön ist die Frühlingszeit!

Wars nicht auch zur jungen Frühlingszeit,
als dein Herz sich meinem Herz erschloß,
als von dir, du wundersüße Maid,
ich den ersten langen Kuß genoß?
Durch den Hain, den Hain erklang
heller, heller Lustgesang
und die Quelle von den Bergen sprang,
schallt es von den Höh’n bis zum Thale weit:
O wie wunderschön ist die Frühlingszeit,
o wie schön, wie schön, wie wunderschön,
o wie schön, wie schön ist die Frühlingszeit!
(Friedrich Bodenstedt)

Die Männerchöre sind gewidmet Dr. Hermann Langer (1819-1889), die gemischten Chöre Rudolf Weinwurm (1835-1911).

 

Dipl.-Ing. Gerhard Helzel, Timm-Kröger-Weg 15, D-22335 Hamburg, Tel. 040-505374