Czernowitz

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Czernowitz ist die Hauptstadt der Bokuwina, übersetzt Buchenland. Ukraïnisch (Ruthenisch): Чернівці, Russisch: Черновци, Rumänisch: Cernăuţi.

Czernowitz, die Stadt meiner Eltern und Großeltern:

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Haus des Zeichenprofessors Julius Helzel

in Czernowitz-Rosch Nr. 1417

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Villa Josefine, Czernowitz (Bukowina),
Flurgasse 46 (Temperazeichnung von F. Schumann)

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Villa Josefine des Stadtbaumeisters Julius Hosbein,
Czernowitz, Flurgasse 46 (erbaut 1903)

Meine Großeltern:


Josefine Johanna Hosbein geb. Kohlruß,
geb. 17.6.1879 in Sereth, gest. 9.12.1955 in Ranis
Schwester von Dr. Alfred Kohlruß


Julius Hosbein,
Stadtbaumeister von
Czernowitz (Bukowina),
geb. 24. 2.1867 in Czernowitz,
gest. 5.2.1941 in Bad Flinsberg.
Die Hochzeit mit
Josefine Kohlruß
war am 19. Juli 1903 in Cz.


Julius Robert Helzel,
Zeichenprofessor
in Czernowitz,
geb. 28.3.1874
in Steinschönau (Böhmen),
gest. 23.8.1927
in Czernowitz.
Die Hochzeit mit
Friederike
war am 20. Aug.1906 in Cz.

Friederike Helzel, geb. Bolek;
geb. 8.12.1885 in Steinschönau (Böhmen),
gest. 15.10.1922 in Czernowitz.
Sie wurde nur 37 Jahre alt.
Aquarell von Julius Helzel.

Czernowitz und Umgebung:

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Ringplatz in Sereth, Geburtsort Josefine Hosbeins

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Hauptstraße in Czernowitz, Straßenbahngleise

 


Czernowitz, Marmorsaal der Bischöflichen Residenz mit Gedenktafel an König Ferdinand und Königin Maria von Rumänien

Czernowitz, Bischöfliche Residenz

Czernowitz, Universität, um 1930.
Hinten: Bischöfliche Residenz, rechts:
evangelische Kirche.

Czernowitz, evangelische Kirche, um 1935

Czernowitz, Wochenmarkt, 1935


Czernowitz, Griechisch-Katholische Kirche in der Russengasse, um 1935


Czernowitz, Kathedrale, um 1935


Czernowitz, kath. Herz-Jesu-Kirche,
um 1935


Czernowitz, Stadttheater, 1935


Sereth, gr. kath.Kirche, 1910


Erinnerung an den gemeinsamen Ausflug zum Czonbafer 1916“

Am Bahnsteig in Czernowitz

 
3 Bekannte meiner Eltern: Hagel, Heine, Jos. Schradi
liebster Freund meiner Eltern, Frühling 1938.
Hinten: Kriegerdenkmal am Czernowitzer Ringplatz.


L.: Czernowitzer Mädchen mit Zöpfen; r.: Else Helzel (Schwester meines Vaters) in der Helzel-Wohnung

 
Sereth, Dreifaltigkeitskirche,
700 Jahre alt

Meine Eltern und Schwester:



Friedrich Helzel,

Dipl.-Ing.
Vermessungs-
technik,

geb. 17.5.1907 in Czernowitz,

gest. 16.3.1984 in Ludwigshafen


Links: Gerhard Helzel, rechts: Elke Helzel.
Mitte: Gertrude Josefine Helzel,
geb. 1.7.1908 in Czernowitz,
gest. 8.7.1983 in Ludwigshafen

 

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Steinerne Zeugnisse erinnern heute zwar noch an das »Goldene Zeitalter« der k.u.k. Monarchie, als Czernowitz die pulsierende Hauptstadt des Kronlandes Bukowina war und stolz die östlichste Universität des Westens vorwies. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg war die Vielvölkermetropole eine menschenleere Stadt. Die Deutschen hatte man »heim ins Reich« geholt, die Juden ausgerottet, die Polen, Ungarn, Armenier waren während des Krieges geflohen, und die Rumänen gingen, als die UdSSR die nördliche Bukowina annektierte. Das Buch zeigt in vielen Bildern das alte Czernowitz und stellt ihm das heutige Tschernivzy gegenüber. Die Autoren erzählen von der Vergangenheit und Gegenwart der Stadt und beleuchten die besondere Rolle, die die Literatur hier spielte. So ersteht vor dem Auge des Lesers eine untergegangene Kulturmetropole, die es verdient hat, wieder entdeckt zu werden

Verwandte und Bekannte aus Czernowitz und Umgebung
(zum Vergrößern bitte anklicken):


InschriftVilla Josefine, Trautes Heim ist Glück allein“.
Dr. Alfred Kohlruß, Ehepaar Hosbein


Czernowitzer Mädchen
5. Klasse 1920


Hochzeit meiner
Eltern 3.10.1935


Hochzeitstafel meiner
Eltern 3.10.1935


Hochzeitphoto
meiner Eltern


Gertl, Cousine meiner Mutter,
in Mies (Böhmen), 1923,
mit selbstgeschnitzten Möbeln


Meine Urgroßmutter Wilhelmine Regina
Amalie Kohlruß geb. Beck, geb. 29.8.1843
Sereth, gest. 10.3.1918 Czernowitz, 1866


Urgroßeltern Wilhelmine und Josef Kohlruß,
geb. 25.2.1841 Radautz, gest. 13.12.1888
mit nur 47 Jahren, 1868 (Hochzeit 1.7.1866)


Ururgroßvater
Franz Xaver Beck
geb. 2.12.1812 in Sereth


Ururgroßmutter
Aurelia Beck geb. Streng
geb. ca. 1812

 
Vaters Mutter Friederike Helzel geb. Bolek,
mit Kindern, geb.8.12.1885 Steinschönau,
gest. 15.10.1922 Czernowitz (starb mit 37 J.)


Sonnenblumen,
Aquarell von Julius Helzel

 
Wiese am Walde,
Aquarell von Julius Helzel

 
Grab Fam. Kohlruß (Josef, Wilhelmine, Tochter Maria verh. Malecki) in Sereth 1923 †

 
Verlobung meiner Urgroßeltern: Wilhelmine Beck und Josef Kohlruß empfehlen sich als Verlobte 23.6.1866“


Gertrude Hosbein (meine Mutter) zur Konfirmation


Josefine (gen. Nunia) und Fritz Lichtenberger,
Gertrude und Wilhelmine Hosbein, links Katze Guckele-Mandele“


Dr. jur. Alfred Kohlruß,
* 10. 9. 1875 Sereth;
† 6. 2. 1935 Czernowitz.
Er hatte 2 Söhne, Walter und Eberhard.


Kohlruß-Kinder:
Maria, Josefine, Alfred,
Erwine, 1883


Maria, Alfred, Josefine Kohlruß 1895
(Photo: C. Oscar Galter, Radautz)


Magd Maria Naperkowski,
Fritz und Nunia Lichtenberger,
vorn: unbekanntes Paar,
Gertrude und Wilhelmine Hosbein
(Villa Josefine)


Veranda der Villa Josefine
mit im Hintergrund sichtbarem
Wandgemälde


 
Urgroßeltern
Wilhelmine + Josef Kohlruß,
r.: Margarethe Hosbein geb. Neugebauer (geb. 1834 in Satulmare) und Hermann (geb. 1820 in Czernowitz). Vorne: Ururgroßeltern Franz Xaver + Aurelia Beck.
Aufnahme 1869 Radautz

 
Urururgroßvater
Michael Beck.
Aufnahmen der Urururgroßeltern
von Fotograf Rudolf Eder
in Lwow (Lemberg)

 
Urururgroßmutter
Francisca Beck geb. Heimann.

Heirat mit Micheal Beck ca. 1812 ?

 
Unbekannte Czernowitzer Familie
Aufnahme: Photo König

 
Handschrift meines Großvaters
Julius Helzel: Die herzlichsten Glückwünsche und zur Erinnerung an Ihren alten Zeichenlehrer, Cernăuţi,
3. September 1921“

 
Handschrift meiner Großmutter
Josefine Hosbein:
Meine Mutter gbe. Wilhelmine Beck, und ihre Schwester, Leontine Beck“


Trauerzug für Landesgerichtsrat
Dr. jur. Alfred Kohlruß, Gründer des Deutschen Volksrates in der Bukowina (1935)


Villa Josephine vom Garten,
mit Eltern und Elke,
kurz vor der Umsiedlung 1940

Weitere Bilder Juni 2007:


Gertrude
Hosbein
1933


Partie im Volksgarten,
mit Gertrude Helzel.
Der Volksgarten
war sehr beliebt.


Fritz Helzel
bei der OT (Organisation Todt)
in Norwegen
(er vermaß Eisenbahnlinien)


Rosen,
Aquarell
von
Julius Helzel


Julius Hosbein
nach der Aussiedlung
im Lager Bad Flinsberg (Isergeb.),
letztes Bild. Er starb am 5.2.1941.


Die bischöfliche Residenz, Aquarell von Julius Helzel



Vorn: Artur u. Fritz Helzel, Leontine Hubich geb. Wilhelm, Else Helzel, Else Gaschler. Hinten: Wilhelmine Gaschler geb. Hubich, Julius Helzel, Hubich-Schwester, Fanny Helzel geb. Hubich.


Leontine Hubich im Wohnzimmer der Familie Helzel in Rosch, jüngste Schwester von Franziska Helzel geb. Hubich. Alle Gemälde von Julius Helzel.


Blick vom Garten der Fam. Helzel in Czernowitz-Rosch auf die erzbischöfliche Residenz in Czernowitz

Helzel-Haus Czernowitz-Rosch


Mein Großvater Julius Hosbein hatte das 1. Auto in Czernowitz. Beim Ausfahren streikte oft der Motor, und dann mußte er sich mit seinem feinen weißen Hemd unter den Wagen legen und herumtüfteln.


Villa Josefine von hinten


Mein Vater Fritz Helzel in der Helzel-Küche beim Arbeiten mit einer Rechenmaschine bei seinem Ingenieurstudium (Vermessungstechnik)


Czernowitzer Mädchen

Helzel-Küche, 2. Frau Fanny Helzel


Meine Mutter Gertrude mit ihrer Katze
in ihrem Turmzimmer (Villa Josefine)


Sie wollte einen Marineoffizier, daher zog sie selbst einen Marineanzug an.


Meine Mutter auf der Veranda der Villa Josefine als tragische Schauspielerin.

   

Weitere Bilder März 2013:

Herrengasse

Armenische
Kirche

Postkarte an
Wilhelmine
Reg. Kohlruß*


Handschrift von Alfred Kohlruß**

Deutsches
Haus

Justizpalast

Volksgarten

Residenzgasse


Handschriftliche Postkarte von
Josefine Hosbein an Emma Kiebel***


Mies (Böhmen)
1909


Mutter, Fam.
Lichtenberger


Karte an
Julius Hosbein


Villa Elise Rü-
gen (s. links)


Handschrift von Josefine Hosbein 3
(Text auf der Postkarte links) ****


Göhren auf Rügen,
Die Schlucht,1908


Mutter am
Flügel im
Schlafzimmer
7.8.1927


Mutter und
Schwester
Mimi im
Salon

Mutter als
Schauspielerin

Wilhelmine (Mimi) Hosbein
im Kostüm


Wilhelmine (Mimi)
Hosbein
vor dem Spiegel

Weitere Bilder Mai 2013:


Josef Kohlruß
Stadt- und
Landbaumeister


Karte an
Wilhelmine
Kohlruß *****

Josefine Hosbein
ca. 20 Jahre


Josefine Hosbein
(Jusia)
an Otgart Kiebel††


Josefine Hosbein
(Jusia)
an ihre Töchter †††


Großm. Jusia
mit Mutter als
Marineoffizier 


Mutter als
Marineoffizier
18.7.1929

 
Familie meines Großvaters
Julius Helzel; kurz nach seinem Tode
versammelten sich 2. Frau Fanny
geb. Hubich und die Kinder Friedrich,
Else, Artur, Sept. 1927


Julius Helzel im Garten mit 2. Frau
Fanny, Tochter Else, Sohn Artur


Vater mit Gitarre
(war im „Wander-
Vogel“), Geschwister


Haus meines Großvaters
Julius Helzel vom
Garten aus


Else am Klavier im Helzel-Haus
in Rosch (hinten:
auf der Flucht verlorene
Gemälde von Julius Hosbein)


Weihnacht
im Helzel-Haus
in Rosch


Josefine und
Julius Hosbein
Tochter Mimi


Mimi Hosbein
4 Jahre


Josefine Hosbein
1886, 7Jahre


Erwine und Maria
Kohlruß1877


Maria und
Erwine Kohlruß


Josefine Hosbein
1889, 10 Jahre


Josefine Hosbein
1889, 10 Jahre


Josefine Hosbein
ca. 20 Jahre


Meine Mutter
Gertrude als Baby


Familie Hosbein
ca. 1913 im Garten


Familie Hosbein
ca. 1911 im Garten

 


Meine Mutter
Gertrude, Konfirmation


Kriegsjahr 1915, Mies
vlnr: Mimi, Jusia, Gertrude,
Nunia, Alfr. Kohlruß u.a.


Czernowitzer
Hochzeit 5.Juli1924,
Trauzeugen:
Fam. Ehrlich


Postkarte von Tante
Albertine an Josefine
Kohlruß in Radautz, 1901
††††


Ehepaar Otgart und
Aurel Kiebel
aus Mies?

Transkription der Postkarten:

* Meine Großmutter Josefine an ihre Mutter: An Hochwohlg(eborene) Frau Wilhelmine Kohlruss, Stadtbaumeisterswittwe, Czernowitz, Flurgasse 38.
Theuerste Mutter! Mimi dankt vielmals Allen für die schönen Karten und Wünsche zu ihrem Geburtstage. Wir kommen vielleicht am 6sten Samstag. Ich schreibe noch übermorgen an Marie, ob wir an diesem Tag kommen, daß die Maricka auch dann den Schmuchter avisiert und die Milch weiter bestellt. Von uns Allen Handküsse. Ihre Jusia (= Kosename für Josefine).
Anm.: Die Kinder mußten ihre Eltern und Großeltern damals noch per Sie ansprechen.

** Mein Großonkel Dr. jur. Alfred Kohlruß an seine Nichte Emma aus Mies: An die hochgeehrte Frau Professor Emma Kiebel aus Mies, derzeit in Oberleutensdorf (Böhmen). (20.6.1910)
Liebe Emma, wenn auch ich deine nächste Adresse in Obald nicht kenne, schicke ich dir meinen wärmsten Dank
für deine freundliche Karte mit dem Bilde des neueröffneten deutschen Hauses. Aurel ist wohl in Mies? Von Anna, den Kindern und mir treudeutsche Grüße. Euer Vetter Alfred.

*** Meine Großmutter Josefine (genannt Jusia) Hosbein an eine Verwandte in Mies: An die geehrte Frau Emma Kiebel, Professors Gattin, Mies, Böhmen. (6.4.1906?)
Liebe Emma! Eure lieben Briefe erhalten und werde sie erst nach den Ostern beantworten. Dir, Aurel, und den Kinderchen wünschen wir alle recht glückliche, frohe Feiertage. Alfred und Maria sind schon in Cz(ernowitz) (wohnen bei Maria), da werden wir, so Gott will, auch recht fröhlich die Zeit zubringen. Es grüßt Euch Alle herzlichst Mimi, Jusia und Julius.
Anm.: Meine Mutter Gertrude war noch nicht geboren, so daß lediglich ihre ältere Schwester Wilhelmine genannt Mimi erwähnt wird. - Emma Kiebels Mann Aurel Kiebel war Gymnasiallehrer und schrieb mathematisch-naturwissenschaftliche Bücher.

**** Meine Großmutter Josefine (genannt Jusia) Hosbein an ihren Mann Julius: Hier wohnen wir. Die Kinder sind munter und schicken viele Pussi. Von Nunia und mir herzliche Grüße. Deine Jusia. (um 1910)

***** Meine Tante Wilhelmine (Mimi) Hosbein an ihre Mutter Wilhelmine Kohlruß: Liebste Großmutter! Unsere Adresse: Göhren auf Insel Rügen, Villa Elise. Wir sind hier so munter, daß Sie uns nicht erkennen würden. Besonders das Essen schmeckt wunderbar. Und das herrliche Meer und überall Eichen und Tannenwald. Bitte bald schreiben und Alle grüßen. Handküsse, Mimi / Trude. (Seitennotiz:) Bitte alle Karten aufheben. (Kopfstehend:) Handküsse, Nunia. (Wohl 1914).

† Grabinschrift Kohlruß in Sereth: Hier ruhet in Gott entschlafen Josef Kohlruss, Stadt- und Landbaumeister, gest. am 13. December 1888, im 48. Lebensjahre, tief betrauert und beweint von Gattin und Kindern. Wilhelmine Kohlruss geb. Beck, gest. am 10. März 1918 im 75. Lebensjahre, Marie Malecka geb. Kohlruss, gest. am 10. August 1923 im 53. Lebensj. Gesegnet und in Frieden gingst du von uns, doch was der Tod geschieden, hält Liebe treu vereint.

†† Meine Großmutter Josefine Hosbein (Jusia) an Otgart Kiebel, auf der Rückseite der Ansichtskarte „Czernowitz, Universität, um 1930“ oben (abgesandt um 1930): Liebstes Otgartl, ich schicke die Ansicht von einem Teil des neuen Universitätsgebäudes (links). Gerade der schönste Teil (Mittelstadt) fehlt darauf. Rechts oben ist ein Teil der evangelischen Kirche sichtbar. Ganz oben im Hintergrunde die gr. ort. Residenz. Ein Prachtbau. Es dürften bei Euch Ansichten davon sein. Und wenn nicht, dann beherzigen mal folgenden Rat: Noch in Friedenszeiten bekam ich aus Pilsen eine Ansichtskart, darauf ein schönes Mädl, darauf in beiden Händen eine Schüssel mit dampfenden Knödeln hochhaltend. Und die Worte: „Wer uns will lebendig seh'n, der muß halt nach Pilsen geh’n!“ So sage ich auch. Wer unser Czernowitz will sehen, der muß herkommen. Wenn man noch so jung ist, da ist auch die Welt noch offen. Herzlichen Gruß und Kuß dem Nesthäkchen, in Liebe deine Tante Jusia.

††† Meine Großmutter Josefine Hosbein (Jusia) an ihre Töchter, ca. 1914, abgestempelt Untersynoutz, Reichsgrenze (zu Rumänien, gegenüber Mihaileny): Meine lieben, theueren Kinder! Viele viele Grüße an Tata (ihren Mann Julius) und Euch übersendet Euch Eure Mama. Herzliche Grüße und Küsse von Steffi.

†††† Aufschrift: Die freundlichen Grüße aus
Sereth und Solka erwidern an Alle(n)
auf das herzlichste, Albertine
u. Victor u. Burger

Anmerkung zur Familie Josef und Wilhelmine Kohlruß: Er war geb. in Radautz, „der deutschesten Stadt der Bukowina“, sie in dem ca. 12 km entfernten Sereth am gleichnamigen Fluß. Nach dem Umzug nach Sereth heirateten sie dort am 1. Juli 1866. Das Paar hatte etwa 9 Kinder, von denen die meisten meist schon im Kleinkindalter starben. Erwachsen wurden nur drei: Marie, Josefine und Alfred, eventuell auch Erwine. Das Ehepaar lernte sich früh kennen. Man liebte sich sehr, doch war das große Glück plötzlich vorbei, denn Josef kam mit nur 48 Jahren durch einen tragischen Unfall ums Leben. Er war durch ein Messer tödlich verwundet worden.

Josefine (gen. Nunia) Lichtenberger geb. Kohlruß war eine Tochter der Maria Malecka geb. Kohlruß und Enkelin der Fam. Kohlruß.

Dr. Alfred Kohlruß:

Dr. Alfred Kohlruß, Politiker, geb. Sereth 10. 9. 1875; gest. Czernowitz, 6. 2. 1935, war mein Großonkel.

Er studierte an der Universität Czernowitz Jus und war Mitglied der Burschenschaft „Arminia“. 1904 promovierte er zum Dr. jur. Anschließend trat er in den Justizdienst, war zeitweilig Staatsanwalt in Czernowitz, von 1916–18 Leiter der Staatsanwaltschaft in Linz, zuletzt OLGR. 1918 kehrte er in die Bukowina zurück und trat in den rumänischen Justizdienst. Aber bereits 1920 nahm er seinen Abschied und eröffnete ein Anwaltsbüro, um sich ganz seiner politischen Laufbahn als Vertreter der deutschen Volksgruppe in der Bukowina widmen zu können. Er war 1920–22 und 1924–26 Abgeordneter im rumänischen Parlament, 1928–30 Stadtrat in Czernowitz und nahm in fast allen deutschen Verbänden und Vereinen in der Bukowina führende Positionen ein. 1920–34 Obmann des dt. Volksrates für die Bukowina und stellvertretender Leiter des Verbandes der Deutschen in Rumänien. Er war Schriftleiter der deutschen nationalen Monatsschrift „Bukowiner Bote“. Kohlruß erwarb sich um die deutsche Minderheit in der Bukowina außerordentliche Verdienste.

Von ihm leben noch Nachkommen in Spanien.

Anm.: Die auf dieser Seite gezeigten Aufnahmen hat meine Mutter Gertrude Helzel (mit Ausnahme der Komponisten-Bilder) unter Lebensgefahr aus Czernowitz gerettet und im Viehwaggon aus Kalisch über Bad Flinsberg und das schon russisch besetzte schlesische Schweidnitz nach Deutschland mitgenommen, sonst wären sie venichtet.

 

Heimatvertrieben in Kalisch (Warthegau) etc.:


Lähn i. Riesen-
gebirge, Lehn-
hausburg


Bad Flinsberg, Kurstraße.
In Bad Flinsberg ist
Julius Hosbein beerdigt


Pk. meiner
Mutter an
meine Oma*


Nach der Aussiedlung
1941: Blick auf Kalisch
(Warthegau).
Mutter/Schwester Elke


Neues Haus
meiner Eltern:
Paul-Keller-Str.
10, Kalisch **


Weihnachten
in Kalisch,
links: Elke


Elke, Dreirad,
vor dem Haus
in Kalisch


Elke, Mutter,
Fensterbrett
in Kalisch


Grab von
Josefine Hosbein
in Pößneck (Thür.)

.

Transkription der Postkarten (2):

* Meine Mutter von einem Ausflug nach Lähn im Riesengebirge an meine Großmutter im Flüchtlingslager Bad Flinsberg : An Frau Josefine Hosbein, Bad Flinsberg, Lager 116, Isergebirge.
Liebste Mutter! Wir sind hier in 2. Gesellschaft im Gasthaus der Lehnhausburg, haben den Turm der Burg bestiegen, Elkerle frisch und munter mit dabei. Denke dir nur, heute teilte mir eine Frau Maier mit (eine Verwandte oder Freundin von Frau Werdan!), daß Tante Erwine noch lebt. Es ist wahr. Heryliche Küsse, Trudl, Elke. Fritz, Josefine, Bis (?), Handküsse, R. Hettenbach, Hilck (?) Hettenbach. (Um 90° gedreht:) Herzliche Grüße, Turi (Artur Helzel).

** Dort wohnten die Familien Helzel und Hosbein von 1941 bis Oktober 1944.

 

Czernowitzer Komponisten:


Carl Mikuli


Emil Paur


Eusebius Mandyczewski


Ludwig Rottenberg

Ottokar Hřimaly, Dr. phil., geb. 20.12.1883 in Czernowitz, war seit 1908 Komponist in Moskau. Er schrieb Symphonien, symphonische Dichtungen, Kammermusik. Er dirigierte am 21.3.1932 das Festkonzert zur Czernowitzer Goethefeier.

Eusebius Mandyczewski, Dr., geb. 18.8.1857 in Czernowitz, gest. 13.7.1929 Wien, war ein Schüler Nottebohms, ab 1879 mit Brahms befreundet und dessen Sekretär, 1887 Archivar der Gesellschaft Wiener Musikfreunde in Wien und Chormusiker der Wiener Singakademie, 1897 Lehrer am Wiener Konservatorium, 1897 Ehrendoktorat der Universität Leipzig. Werke: Gesamtausgabe der Werke Haydns und Schuberts. Auch schrieb er Messen, Kantaten, Lieder, Klavierwerke usw.

Carl Mikuli, geb. 20.10.1821 in Czernowitz, gest. 20.5.1897 in Lemberg, war Pianofortevirtuose, Schüler Chopins, seit 1858 Direktor des Konservatoriums und seit 1888 auch des galizischen Musikvereins in Lemberg. Er schrieb Klavierstücke, Serenade für Klarinette und Klavier, Chöre, Lieder, und gab heraus: Chopins Werke und eine Sammlung rumänischer Volksweisen usw. Nach ihm war im südlichen Czernowitz die Carl-Mikuli-Gasse, bei der Garten- und der Flurgasse, benannt.

Emil Paur, geb. 29.8.1855 in Czernowitz, gest. 1932 in Mistek (Böhmen), Schüler des Wiener Konservatoriums, tüchtiger Dirigent, Klavier- und Violinvirtuose, war Opernkapellmeister in Mannheim und Leipzig, 1893-98 Dirigent der Symphoniekonzerte in Boston, 1898 bis 1903 Direktor des Nationalkonservatoriums in New York, 1904-10 Dirigent in Pittsburg, 1912-13 Kapellmeister an der Kgl. Oper in Berlin. Werke: Symphonie „In der Natur“, Pianoforte-Konzert, Stücke für Pianoforte und Violine usw. – Seine Frau Marie geb. Bürger, geb. 1862 in Gengenbach/Schwarzwald, gest. 27.4.1899 in New York, war eine treffliche Pianistin. – Sein Sohn Kurt war Pianist.

Ludwig Rottenberg, geb. 10.11.1864 in Czernowitz, wurde 1888 Direktor des Orchester-Vereins der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 1891 1. Kapellmeister am Theater in Brünn, 1892-1925 am Theater in Frankfurt am Main. Werke: Oper „Die Geschwister“, Sonate für Klavier und Violine, Lieder.

Komponisten · „Schlesische Komponisten“ · Nordostdeutsche Komponisten · Berliner Komponisten · CDs

Zusammengestellt von

Dipl.-Ing. Gerhard Helzel

Timm-Kröger-Weg 15, D-22335 Hamburg,

Tel. 040-50 53 74