Max Wagner

(geb. 17. Jan. 1865 in Gotha, gest. 17. Aug. 1944 in Berlin)

Komponist, Klavierlehrer

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Titel des 4. Satzes der Symphonie

Neu: der Anfang des 1. Satzes der Symphonie zum Anhören.

Max Moritz Paul Wagner, geb. 17. Jan. 1865 in Gotha, gest.. 17. Aug. 1944 in Berlin.
Nach dem Besuche des Realgymnasiums in Gotha ging Max Wagner nach Berlin und studierte Musik bei Philipp u. Xaver Scharwenka. Dort lebte er als Komponist und Klavierlehrer. - Er gehörte dem Berliner Tonkünstlerverband an. Verheiratet war er mit der Konzertsängerin Anna-Liese Gronwald. Er wohnte: Berlin N, Schönhauser Allee 55. Seine Witwe lebte bis 1965 in Berlin.

„Von der Schauenburg“, Sinfonische Dichtung op. 18, Dauer ca. 20 min. Dieses Meisterwerk ist nun endlich auf CD erhältlich. Preis Euro 12,-.

Die Schauenburg ist ein hochmittelalterlicher Burgrest in der Gemarkung der thüringischen Stadt Friedrichroda im Landkreis Gotha, hat also nichts mit anderen gleichnamigen Burgen zu tun, wie der Schauenburg bei Oberkirch im Schwarzwald und bei Dossenheim an der Bergstraße. Näheres zur Schauenburg: http://de.wikipedia.org/wiki/Schauenburg_(Friedrichroda)

„Für die Bewohner Thüringens kann es kein ehrwürdigeres Denkmal aus der frühesten Geschichte ihres Landes geben, als die Ruinen der Schauenburg. Hier war es, wo der Stamm der mächtigen Landgrafen von Thüringen für Jahrhunderte hinaus wurzelte, von wo die Kultur für einen so großen, noch unangebauten, noch im rohesten Zustande der Natur schlummernden Theil dieses Landes ausging. “ (F.Gottschalck: Ritterburgen und Bergschlösser … Achter Band. S. 233).
Abb. rechts: Gedenktafel für die Schauenburg (aus der Wikipedia-Datei).

Besprechung der Sinfonischen Dichtung:

Der Musikverlag B. Scheithauer, Berlin, stellte seiner Orchesterpartitur um 1890 folgende Besprechung der symphonischen Dichtung voran (gezeichnet mit C.H.):

Ein Wanderer, der Grossstadt entflohen, sucht im schönen Thüringer Walde Erholung. Am einem Sommernachmittage sehen wir ihn auf dem Wege zur Schauenburg.

Hoch ragt ihr felsiger Gipfel empor, den einst — vor vielen hundert Jahren — eine stolze Veste krönte. Längst sind die Mauern gefallen, nur wenige Trümmer zeugen noch von der verschwundenen Pracht, aber geblieben ist der herrliche Ausblick auf die sich thürmenden Berge und in das weite Thüringer Land.

Da sieht wohl Mancher vor seinem geistigen Auge die alte Ritterherrlichkeit auf's Neue erstehen.

Der Wanderer lässt seinen Blick über die sammetgrüne Schauenburgwiese schweifen und tritt in den dunklen Fichtenwald, der steil zum Gipfel hinanführt — das Schauenburgmotiv begleitet ihn.

Ein langsamer getragener, melodischer Theil zeigt uns seine Freude an der Natur. Doch kaum hat er den Gipfel erreicht, da ziehen vom Regenberge her düstere Wetterwolken heran, die das Antlitz der Sonne verhüllen und die weite Landschaft in ein fahles, gespenstisches Licht tauchen. Blitze zucken und der Sturmwind heult. An den Fels gelehnt, lässt der Wanderer das Tosen der Elemente vorübergehen.

Ferne verhallt der Donner in den Bergen, und die Sonne schaut wieder freundlich hinter den Wolken hervor, heiter erklingt das Schauenburgmotiv.

Der Wanderer versenkt sich in die Historie der Bürg; er liest vom Grafen Ludwig mit dem Barte, der sie baute, von dem Sohne, dem Salier, dem die Gebirgseinsamkeit nicht gefallen wollte, der dann die Burg verkaufte an die Mönche unten im Kloster Reinbardtsbrunn, die sich nicht sonderlich um die Veste kümmerten. Er liest, wie dann die Mönche die Burg dem schlimmen Grafen von Henneberg übergaben, der sie schützen sollte, aber ein arger Raubritter war und selbst des Klosters nicht schonte.

Und wie er liest, umfängt ihn der Schlummer, und im Traume sieht er die Burg so, wie sie einst war sammt ihrer alten Ritterherrlichkeit. Ein Tross gewappneter Reisige zieht daher, sie haben harten Strauss gehabt, und in stolzer Siegesfreude kehren sie heim in das sichere Felsennest.
C.H.

Der Anfang der Sinfonischen Dichtung „Von der Schauenburg“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden (neue Fassung, nun 3 ¾ Min., 750 kB)

„Fabeln und Parabeln“, Satz 1 der „Symphonia Thuringiensis“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden (Anfang, 3 ½ Min., 1,6 MB)

Werkverzeichnis

nach: Dr. E. Müller und F. Pazdírek:

Mscr: OrchStcke; u. a. Symphonie G-Dur „Symphonia Thuringiensis“, Notenausgabe in Vorbereitung.

KlavStcke; Lieder.

Gedruckt erschienen folgende Werke:

op. 3: Grande marche italienne, P [Heinrichshofen]
op. 4: Serenade, P [Rühle]
op. 6: Ballade As f. Klav. [Raabe&Plothow-Berlin];
op. 8: Brennende Liebe. Ld. [A. Müller-Berlin];
op. 9: Scherzo D f. Klav. [Praeger&Meier-Bremen];
op. 10, Symphonia Thuringiensis (Edition Romana)
op. 11: Melodie e f. Vcl. und Klav. [Scheithauer-Berlin];
op. 13: Reigen. instrukt. KlavStek. [Rühle&Hunger-Berlin];
op. 14: Tanz d. Blumenmädchen. Ballettinterrnezzo f. Klav. [ebda];
op. 15/2: Die Enterbten. Ld. [Scheithauer-Berlin];
op. 16: Der Hirten AbendLd. f. Klav. [Genossensch. d. Komp-Berlin];
op. 18: Von der Schauenburg. Symph. Dchtg. f. Orch. [ScheithauerBerlin];
op. 19: Souvenir de Pologne. KlavStck. [ebda];
op. 20: Böhm. Tänze f. Klav. [Praeger& Meier-Bremen];
op. 21/2: OsterLd. [Scheithauer-Berlln];
op. 26: 4 KlavStcke. [Challier-Berlin];
op. 27: 5 Skizzen zu Uhlands „Der junge König u. d. Schäferin“ f. Klav. [ebda];
op. 28: Wär ich ein Edelstein. Ld. [Rühle&Wendling-Leipzig];
op. 33: Pastorale f. KIav. [ebda];
op. 35: 2 KlavStcke.: Nr. 1 Scherzo, Nr. 2 Spanische Tanzweise [ebda];
op. 35 Zwei Klavierstücke Nr. 1 und 2 [Rühle & Wendling, Leipzig ];
op. 35/2 Spanische Tanzweise für Pianoforte in Bravour-Salon-Album [Rühle & Wendling];
op. 41 Rhapsodie e-Moll;
op. 49 Cavatine für Violine und Klavier [B. Scheithauer, Berlin];
op. 51 Fatime. Scène orientale für Piano [Praeger & Meier, Bremen];
Ouvertüre zu Goethes Götz von Berlichingen.
„Die blaue Blume.“ Romant. Ballet in 3 Bildern von Max Wagner. op. 34. 3tes Bild: ‚Die blaue Blume'.
„Legende für Orchester [in] C dur.“ Satz 2: Adagio quasi Andante.

Die Symphonie in G-Dur (Symphonia Thuringiensis) besteht aus vier Sätzen:
1) Fabeln und Parabeln, 2) Die Legende, 3) Das Märchen, 4) Das Heldenlied.
Eine gedruckte Notenausgabe ist in Arbeit.

Dipl.-Ing. Gerhard Helzel, Timm-Kröger-Weg 15, D-22335 Hamburg, Tel. 040-505374