********** Johann Heinrich Löffler **********
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Organist, Heimatdichter, Komponist.

Geb.1. 3. 1833 in Oberwind bei Eisfeld, gest. Pößneck 5. 4. 1903

Johann Heinrich Löffler war Organist, Heimatdichter, Komponist. Er gründete den Löfflerschen Gesangverein. An seinem Wohnhaus am Oberen Graben in Pößneck befindet sich eine Gedenktafel, die sein unten abgebildetes Bildnis zeigt. (Photo: Müller, Pößneck).

Werke: 1) Romane: „Madlene“, „Jakob Querengässer“ (1903) „Martin Bötzinger“ (2. Auflage Gerold-Verlag 1925). 2) viele Kompositionen, die jedoch zur Zeit verschollen sind. Ausnahme: Fantasie, Gebet und Fuge für Orgel 4-h, welche gedruckt erschienen und auch auf CD zu haben ist (siehe unten).

Autobiographie nebst Würdigung: Johann Heinrich Löffler, zu des Thüringer Heimatkünstlers Gedächtnis und Würdigung nebst einer autobiographischen Skizze des Dichters, von Dr. des. phil. W. Greiner, Pößneck in Thür., Verlag von Bruno Feigenspan 1903.

Geb.1. 3. 1833 in Oberwind bei Eisfeld, gest. Pößneck 5. 4. 1903

 

Organist, Komponist, Schriftsteller.


Von einer Sängerfahrt
des Löfflerschen Gesangvereins
nach Schloß Banz.

Der Löfflersche Gesangverein
im Jahre 1873. Aufnahmen:
„Heimat im Bild“, Gerold-Verlag Pößneck

 


Altarraum der Stadtkirche Pößneck
zu Löfflers Zeit

Altarraum
zu späterer Zeit.
Die Orgel befand sich
früher über dem Altar.
Heute ist sie hinten.

Beides Pastelle
von Franz Huth.

Von Johann Heinrich Löffler haben wir für Sie eingespielt: Fantasie, Gebet und Fuge für Orgel 4-händig, enthalten auf der folgenden Orgel-CD:

10) Romantische Orgelkompositionen, gespielt von Friedemann Fischer an der romantischen Kühn-Orgel von 1899 in der Kirche St. Bartholomaeus in Ziegenrück (Thür.): J. S. Bach, Praeludium und Fuge BWV 545, sowie Praeludium und Fuge BWV 547, Mendelssohn, op. 65 No. 2, Friedemann Bach, Tripelfuge F-dur, Clara Schumann, Praeludium op. 16 No. 2, Carl Löwe, 3 Choralvorspiele, Max Reger, Orgelchoral "Ein feste Burg" op. 72 b No. 2, Richard Wagner, Fuge "Dein ist das Reich", Friedemann Fischer: "Noch steh' ich auf Schloßbergs luft'gem Thron", sowie Variationen über ein eigenes Thema in B-dur.
Zusammen mit: Johann Heinrich Löffler (1833-1903), Fantasie, Gebet und Fuge f. Orgel 4-h., gespielt von G. Helzel, und Gerhard Helzel, "Meditation" f. Orgel berarbeitet, € 10,- + 2,- Porto.

Hörprobe daraus: Löffler, Fantasie, Anfang, zum kostenlosen Herunterladen, mp3-Datei 523 kB.

Würdigung von Hermann Müller und Richard Förtsch (aus dem „Pößnecker Heimatbuch“):

Johann Heinrich Löffler, langjähriger Lehrer, Organist und Dirigent in unserer Heimatstadt, Komponist und Heimatdichter, wurde am 1. März 1833 in dem Dörfchen Oberwind bei Eisfeld geboren. Sein Vater war Kleinbauer und Leineweber und bekleidete Jahre hindurch das Amt eines Schultheißen. Schon frühzeitig wurde der junge Löffler für den Lehrerberuf vorbereitet und erhielt vom 8. Lebensjahre an Unterricht im Klavierspiel und später im Orgelspiel. Von 1850 bis 1853 besuchte er das Landeslehrerseminar in Hildburghausen und erteilte hier schon als Seminarist wöchentlich 11 Stunden Privatunterricht im Klavierspiel. Nach seinem Abgang vom Seminar wirkte er mehrere Jahre als Hauslehrer und Vikar und wurde 1863 als Lehrer und Organist in Pößneck eingestellt. Fleiß, ungewöhnlicher Fleiß, und unermüdliche Strebsamkeit zeichneten sein Leben aus.

Über seine Arbeitswoche berichtete J. H. Löffler selbst:

„Neben meinen 32 Schulstunden hatte ich 24 bis 30 Klavierstunden zu erteilen, unmittelbar darauf die Soloproben und dann bis 11 Uhr die Chorproben im Gesangverein zu bewältigen. Nach etlichen Stunden Schlaf mußte ich Sonntag früh zur zweistündigen Fortbildungsschule eilen, und zwischen 9 und 3 Uhr hatte ich in zwei Gottesdiensten die Orgel zu spielen. Man lese die voranstehenden Sätze recht bedachtsam! Dabei wollte ich aber aus der Literatur nicht herauskommen, und die Perlen der Weltliteratur mußte ich kennenlernen.“ Diese Notiz aus der Selbstdarstellung Löfflers ist kulturgeschichtlich interessant.

Die Liebe zur Musik und zur Sagenwelt führte J. H. Löffler hin zu Richard Wagner und machte ihn zu seinem begeisterten Verehrer und zu einem eifrigen Vorkämpfer seiner Sache. Von 1874 an veröffentlichte der Pößnecker Lehrer und Kantor eine Reihe Aufsätze in dem „Musikalischen Wochenblatt“ (Leipzig) über die Schöpfungen Wagners. Von 1878 an erschienen seine Beiträge in den „Bayreuther Blättern“ sowie im „Grenzboten“. Durch diese Mitarbeit an bedeutenden Fachzeitschriften wurde J. H. Löffler in weitesten Kreisen bekannt, und in dem Musiklexikon wurde er als Wagneriana geführt. Die Festspiele in Bayreuth wurden von ihm seit dem Jahre 1876 regelmäßig besucht. Er war 1879 sogar Gast im Hause des berühmten Komponisten. Von diesem persönlichen Zusammentreffen mit dem großen Meister wußte Löffler begeistert zu berichten. In Pößneck kam es auf seine Anregung hin zur Gründung eines Wagner-Vereins, der sich u. a. als Ziel gesetzt hatte, für jeweils 10 bis 20 Mitglieder die Bayreuther Festspiele inhaltlich und muÍkalisch vorzubereiten und ihren Besuch zu organisieren.

Doch Johann Heinrich Löffler war nicht nur Musiker, der nach seinen eigenen Worten einen „Schiebkarren voll Musik“ (Lieder, Sonaten, größere Chor- und Orgelwerke) komponierte, sondern vielmehr und in höheren Maße noch Dichter, der in seiner Gemütstiefe und in seinem Gedankenreichtum an Wilhelm Raabe erinnert. Sein Hauptwerk „Martin Bötzinger“ erschien 1925 noch in einer neuen Auflage. Namhafte Schriftsteller seiner Zeit haben das Buch, eine Erzählung aus dem Dreißigjährigen Krieg, gerühmt. Auch in der oberfränkischen Erzählung „Madlene“ kommt Löfflers dichterische Natur trefflich zum Ausdruck. Er hatte mit der Erzählung im Sinne, ein echtes Volksbuch zu schaffen, wobei ihm Vorbilder wie Otto Ludwig und Peter Rosegger vorschwebten. Im Jahre 1903 erschien noch ein weiteres Heimatbuch des schriftstellernden Pößnecker Lehrers, nämlich „Jakob Querengässer“, ein heimatliches Kulturgemälde, humorgewürzt und von tiefen Gedanken erfüllt.

Im Jahre 1902 schied Löffler 69jährig aus dem Schuldienst und verstarb schon ein Jahr darauf am 5. April 1903. Seine Freunde und Verehrer ließen an seinem Wohnhaus am Oberen Graben Nr. 8 fünfundzwanzig Jahre nach seinem Tode eine Gedenktafel aus Bronze anbringen, eine Schöpfung des heimischen Bildhauers Oskar Lindenberg.

Dipl.-Ing. Gerhard Helzel, Timm-Kröger-Weg 15, D-22335 Hamburg, Tel. 040-505374

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